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Ich sitze auf einer überdachten, hölzernen Terrasse. Sie steht auf etwas 3m hohen Holzpfählen direkt am Fluss Preaek Tuek Chhu in Kambodscha. Es ist 16:50 Uhr und knapp 30 Grad Celsius. Es weht ein angenehmer Wind und das geflochtene Bambusdach schützt mich vor der langsam untergehenden Sonne. Das Wasser glitzert und ich blicke auf grüne Berge, dichten Dschungel und Kokospalmen vor mir. Im Hintergrund laufen französische Chansons und am Strand neben mir spielen drei junge Hunde.

Ein perfekter Moment um die Gedanken schweifen zu lassen und einmal zusammenzufassen, was in den letzten 66 Tagen passiert ist. 

Gereist:

66 Tage auf Reisen

3 bereiste Länder

17 besuchte Orte

Nachtzug Night train China
22h bequem mit dem Nachtzug durch China

▸ Peking ▸ Xi’an ▸ Shanghai ▸ Zahngjiajie ▸ Yangshuo ▸ Hongkong ▸ Hanoi ▸ Sa Pa ▸ Cát Bà ▸ Ha Long Bucht ▸ Da Nang ▸ Hué ▸ Saigon ▸ Phnom Penh ▸ Kampot ▸ Koh Rong

Sa Pa Vietnam Scooter Exploring
Unsere liebste Art zu Reisen: selbstständig mit dem Roller

2 Flüge

5 Zugfahrten (ca. 6.000km)

8 Bussfahrten (ca. 54h)

1 Schiffsfahrt (2 Tage)

Im Durchschnitt haben wir also 3,88 Tage pro Ort gehabt, sind über 6.000km mit dem Zug durch China gereist und haben uns in Vietnam und Kambodscha über 54 Stunden den Hintern im Bus platt gesessen. Die ersten 28 Tage in China waren komplett durchgetaktet, sodass wir froh waren in Hanoi sechs Tage am Stück zu verbringen. Da Nang hingegen hat uns weniger gut gefallen und wir sind bereits nach zwei Tagen weitergereist. Das ist das Gute an einer nicht geplanten Reise und das beste Gefühl von Freiheit. Wenn es dir gefällt, bleib so lange du willst. Wenn es dir nicht gefällt, geh wann immer du willst

Verzweifelt:

Reisen ist kein Urlaub – so viel sei gesagt. Wir sind nicht oft verzweifelt, kamen aber zweifelsohne mehr als ein mal an unsere Grenzen. Dabei waren die körperlichen Wehwehchen wie eine kurze Übelkeit, eine Erkältung, Sonnenbrand und Durchfall das kleinere Übel. Was uns mehr zu schaffen macht(e), sind die Herausforderung an unseren Geist und unsere Psyche. Ich sage euch, bevor ihr 2.000€ in einen Coach für Persönlichkeitsentwicklung steckt, bucht euch ein One-Way-Ticket nach Asien und reist allein oder mit einem Partner eurer Wahl für mehrere Wochen durch die Lande. Wenn euch das Thema interessiert, schreibe ich dazu vielleicht nochmal einen eigenen Artikel.

Night train China noodle soup
Wenn der Magen richtig knurrt, schmeckt auch die Instant-Nudelsuppe wie eine Mistrone vom Sterne-Koch
wet season rainy Vietnam Hué
Auch bei Regen nie die gute Laune vergessen! Es gibt schließlich kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

Gegessen:

Vorne weg: die kleinen Skorpione an unserem ersten Abend in China, waren das einzige „Eklige/ Exotische“ das wir gegessen haben. Zum Glück! Stattdessen sind wir im Reich der Mitte große Freunde von Nudelsuppe zum Frühstück geworden. In Vietnam konnte ich von Banh Mi und Kokoseis nicht genug bekommen und in Kambodscha hat es Patrick der Kampot-Pfeffer angetan. Unser Tipp: Wenn ihr ein neues Land entdecken wollt, bucht unbedingt gleich am Anfang eurer Reise eine Food-Tour mit englisch sprachigem Guide. Es macht so viel Spaß!

Gelernt:

Trotz Recherche und Vorbereitung blieben die ersten 66 Tage unserer Reise nicht fehlerfrei. Hier ist, was wir gelernt haben:

  1. Überprüfe die Ankunft- und Abfahrtsbahnhöfe in Chinesischen Großstädten. Als wir umsteigen mussten viel mir erst am Bahnhof auf, dass der nächste Zug ganz woanders abfuhr. In einer wilden Taxi-Fahrt über den chinesischen Highway mit lautstarkem Gehupe und im Zickzack-Kurs brachte man uns gerade noch pünktlich zum nächsten Bahnhof. 
  2. Buche Unterkünfte für max. 3 Nächte. Unterkünfte halten nicht immer das, was die Fotos und Bewertungen im Internet versprechen. Das haben wir in Saigon festgestellt und waren froh, dass wir ohne Probleme die gebuchten sechs Nächte auf zwei verkürzen konnten. Bei den folgenden Unterkünften buchten wir nun max. 3 Nächte und verlängern lieber vor Ort, wenn es uns gefällt – in der Nebensaison ist das problemlos möglich.
  3. Prüfe den Aussteller des e-Visa lieber zwei mal. Und lies das Kleingedruckte! Ich hatte mir vor unserer Reise alle Visabestimmungen der Länder die wir besuchen wollten durchgelesen und Webseiten gespeichert, auf denen man ein e-Visum beantragen kann. Leider habe ich beim kambodschanischen Visum nicht gründlich genug recherchiert, sodass ich statt auf der offiziellen Regierungsseite, bei einer spanischen Visa-Agentur mit Sitz in Barcelona landete. Auch sie beschaffte mir schnell und ohne Probleme ein Visum. Statt der regulären 36$ bezahlte ich jedoch ein saftiges Lehrgeld von 99$.

Gestaunt:

Gestaunt haben wir fast jeden Tag – über die Menschen, das Essen, die Städte – manchmal im positiven manchmal im negativen Sinne. Ganz besonders in Erinnerung bleiben werden uns aber drei Highlights:

Die Chinesische Mauer

Der Zhangjiajie National Park

Die Lan Ha Bucht und Ha Long Bucht

Ohne Zweifel gehören diese drei Orte zu den schönsten Plätzen unserer Erde. Und sind für uns zwei alle mal beeindruckender als jede Mega-City oder Skyline wie wir sie in China und insbesondere Shanghai erlebt haben. Jetzt wartet aber erstmal Kambodscha darauf entdeckt zu werden. Und wir sind gespannt, was uns in den nächsten 66 Tagen erwartet.

pristine original abandoned Beijing Chinese Great Wall-00576
Bei Sonnenaufgang ganz allein alte, nicht restaurierte Teile der chinesischen Mauer erklimmen
Beijing Sunrise Chinese Great Wall-00629
Hier stockte uns gleich zu Beginn der Reise unser Atem. Ein gigantisches Bauwerk, dass bei Sonnenaufgang eine besondere Atmosphäre versprüht.
Ha Long Bay Lan Ha Bay Vietnam Cruise-03056
Seit 1994 gehört die Ha Long Bucht zum Weltnaturerbe der UNESCO. Sie beeindruckt mit mehr als 1.900 aus dem Meer ragenden Kalkfelsen.
Zhangjiajie Nature Forest Park-01575
Wo die Navi durch die Lüfte gleiten - Der Zhangjiajie Nationalpark ist Vorbild für die schwebenden Felsen aus dem Film Avatar.

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