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Kambodscha Koh Rongleuchtendes Plankton kevin-wolf-ItQBfuJGrOk-unsplash

3:45 Uhr der Wecker klingelt. Verschlafen und müde öffnen wir langsam unsere Augen. Es ist stockfinster in unserer kleinen Hütte auf Koh Rong. Das Moskitonetz weht sanft im Wind des Ventilators. Mühselig kämpfen wir uns aus dem Bett. Ich hoffe inständig, dass es das frühe Aufstehen wert sein wird.

Wir ziehen Badesachen und Sandalen an und schließen die knarrende Holztür hinter uns. Mehr als den Zimmerschlüssel nehmen wir nicht mit. Wir schlurfen müde vor uns hin als ich hinter mir etwas rascheln höre. Ich drehe mich um schaue ins Gebüsch und sehe plötzlich zwei große dunkle Schatten auf mich zu rennen. Ich erschrecke und stolpere mit einem lauten „Ähhhh“ rückwerts. Die Schatten bleiben stehen, erschrecken sich vor mir und zucken ebenfalls zurück. Dann muss ich lachen. Es sind die beiden Hunde unserer Hotelbesitzer. „Was macht ihr denn hier?“ frage ich. Ein freudiges Schwanzwedeln antwortet. Die zwei wollen uns begleiten und laufen nun vor uns in Richtung Strand. 

Dort angekommen erkennen wir in der Dunkelheit nur wenig. Kein Mond steht am Himmel, kein Stern leuchtet. Vorsichtig setzen wir einen Schritt vor den anderen. Es sieht irgendwie anders aus als bei unserer Ankunft am Nachmittag zuvor. Dann wird es uns klar. Es ist Ebbe. Das Meer ist einige Meter weiter zurück gegangen und der Strand wirkt nun wesentlich größer. Die See ist ruhig und tiefschwarz. Wir sind allein mit den Hunden. Außer seichten Meeresrauschen ist nichts zu hören. Während wir nun weiter Richtung Wasser laufen, schnüffeln die Hunde im Sand, scharren und jagen kleine Krebse aus ihren Verstecken. „Bis zur Hüfte müssen wir rein, hat sie gesagt.“ Patrick und ich gehen ins Wasser, die Schuhe behalten wir zur Sicherheit an. Wir waten durch das warme Meer, schauen in die Dunkelheit und zum kaum sichtbaren Horizont. Ich bin bis kurz über den Knien im Wasser als es passiert. „Patrick! Patrick! Ich sehe es! Guck doch! Guck doch hier!“ 

Ich trete auf der Stelle, meine Beine bringen das Wasser in Bewegung und plötzlich, aus dem Nichts fängt es auf wundersame Weise an zu leuchten. Tausende und abertausende kleine, grüne leuchtende Punkte tanzen durch den schwarzen Ozean. Ich gehe tiefer ins Wasser, bewege meine Arme und kann es kaum fassen. „Guck doch! Guck doch!“ Wir spritzen mit Wasser, machen Wellen mit Armen und Beinen und ich kann mich gar nicht satt sehen an diesem Spektakel. Alles funkelt und leuchtet und glitzert. Als wären alle Sterne vom Himmel ins Meer gefallen. Es ist ein wunderschönes Schauspiel. 

Dieses Phänomen wird auch Meeresleuchten genannt und ist eine Art der Biolumineszenz. Im Wasser wird sie durch Einzeller wie Plankton und Algen hervorgerufen. Die Kleinstlebewesen senden nach physischem Reiz mehr oder weniger lange Lichtsignale aus. Diese erscheinen dann als blaues oder grünes Leuchten. Auch am Strand und im Sand kann man dieses Phänomen beobachten. Die genauen Rahmenbedingungen für das Auftreten der Mikroorganismen ist bis heute noch nicht vollständig geklärt.

Das Foto im Titel stammt nicht von mir sondern von Kevin Wolf auf Unsplash. Er hatte das große Glück, das fluoreszierende Plankton auf den Malediven zu erleben.

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