Chiang Mai Elephant Nature Park 16-10-6621

Exotischen Tieren zu begegnen gehört zu den spannendsten Erfahrungen, die viele Touristen im Urlaub machen möchten. Sie sind bereit (viel) Geld dafür zu zahlen. Und immer dann, wenn der Mensch die Chance sieht Profit zu machen, steigt die Gier ins unermessliche und jedes Mittel scheint recht – Konsequenzen und Folgen bleiben unberücksichtigt.

Die gleichen Erfahrungen haben wir auch in Thailand gemacht. Am Straßenrand zeigten Schilder den Weg zu dubiosen Zoos mit Krokodilen und Tigern oder Schlangenfarmen und in fast jedem Hotel lagen Flyer aus für Trekkingtouren auf dem Rücken von Elefanten. Das Elefantenbabys ihren Müttern weggenommen werden um anschließend durch Folter ihren Willen zu brechen und ein Leben lang mit dem Elefantenhaken missbraucht werden um Touristen glücklich und die Taschen der Anbieter voll zu machen, wird natürlich nicht erwähnt.
 

Nachdem ich mich eine ganze Zeit lang mit dem Thema beschäftigt hatte, stieß ich im Internet auf den Elephant Nature Park. Hier werden seit 1990 Elefanten die einst als Zirkus- und Touristenattraktion dienten, oder bei der Waldarbeit eingesetzt wurden aufgenommen. Ziel ist es, den Tieren einen möglichst natürlichen Lebensabend zu bereiten, da eine erneute Auswilderung in den meisten Fällen ausgeschlossen ist. Interessierte können den Elephant Nature Park besuchen, die Tiere kennenlernen und auch für mehrere Tage im Park ehrenamtlich tätig werden. Wir entschieden uns einen Tag am „Saddle off!“ Programm teilzunehmen. 
Am Morgen gegen 7:00 Uhr holte uns ein Minivan vom Hotel ab. Wir sammelten noch etwa 7 weitere Besucher ein und machten uns dann auf den Weg in den hügeligen Norden Chiang Mais. Während der Fahrt erklärte unser Guide uns alles über die Geschichte der Menschen und Elefanten in Thailand und spielte uns Videos vor, bei denen jedem von uns der Atem stockte. Tränen stiegen in meine Augen und ein dicker Kloß im Hals machte mir das Atmen fast unmöglich. Die Bilder waren kaum auszuhalten und ich werde nie verstehen, wie Menschen so abartig grausam sein können. Stille machte sich im Van breit. Keiner von uns sprach ein weiteres Wort.

ACHTUNG BETRÜGER!

Nur weil Elephant Sanctuary drauf steht, muss es sich nicht um eine echte Auffangstation handeln!

Natürlich haben auch hier wieder dubiose Anbieter die Chance auf viel Geld erkannt. Mittlerweile gibt es viele schwarze Schafe, die sich als Rescue Center ausgeben, Besuchern den Eco-Lifestyle vorgaukeln und hinter ihren Rücken die Tiere weiter misshandeln. 

Bitte informiert euch unbedingt vor dem Besuch einer Elephant Sanctuary, ob es sich um eine seriöse Rehabilitationsstation handelt.

Nach etwa zwei Stunden erreichten wir eine Außenstelle des Elephant Nature Parks. Hier wurden wir von den Mitarbeitern begrüßt und als erstes in neue Kleidung gesteckt. Jeder von uns bekam einen schicken Zweiteiler – blaue Hose, gelbes Hemd –  einen Strohhut und weiten Stoffbeutel. Dann hieß es runter ins Tal zum Gemüse schrubben. Elefanten haben einen empfindlichen Magen, deshalb wurden als erstes die Gurken gründlich gereinigt, in große Stücke geschnitten und schließlich auf unsere Taschen verteilt. 
Wir platzierten uns brav aufgereiht hinter einem niedrigen Holzzaun und warteten auf die Dickhäuter. Dann war es endlich soweit aus dem Dickicht tauchten die ersten grauen Rüssel auf. Langsam und gemächlich kamen fünf Elefanten mit ihren Besitzern, den Mahout, auf uns zu. Neben drei erwachsenen Elefantenkühen gab es auch zwei Jungtiere. Die kleinste war ein paar Monate alt und hieß Nina. Während wir die Tiere begrüßten und erste Gurkenhappen an die ledernen Rüssel verteilten stellte uns unser Guide jeden einzelnen Elefanten und seinen Charakter vor. Wir besprachen den weiteren Ablauf und machten uns dann gemeinsam mit den Tieren auf den Weg zu unserer Wanderung.

Freudiges Gekicher über die kleine, freche Nina und Respekt vor den großen Tieren wechselten sich in unserer Gruppe ab. Steht man plötzlich zwischen zwei ausgewachsenen Elefanten wird einem ganz schön mulmig. Doch die sanftmütigen Riesen strahlen eine solche Ruhe und Gelassenheit aus, dass man bald jede Art von Bedenken vergisst und ihre Gesellschaft genießt. Elefanten essen und snacken etwa 20 Stunden am Tag und nehmen dabei 200-300kg Grünfutter zu sich. Kein Wunder also, dass während wir weitergehen es immer wieder ein Rüssel in unsere Taschen schafft um sich Gemüse zu stibitzen.

Freudiges Gekicher über die kleine, freche Nina und Respekt vor den großen Tieren wechselten sich in unserer Gruppe ab. Steht man plötzlich zwischen zwei ausgewachsenen Elefanten wird einem ganz schön mulmig. Doch die sanftmütigen Riesen strahlen eine solche Ruhe und Gelassenheit aus, dass man bald jede Art von Bedenken vergisst und ihre Gesellschaft genießt. Elefanten essen und snacken etwa 20 Stunden am Tag und nehmen dabei 200-300kg Grünfutter zu sich. Kein Wunder also, dass während wir weitergehen es immer wieder ein Rüssel in unsere Taschen schafft um sich Gemüse zu stibitzen.

Der Weg führte uns durch satte, grüne Graslandschaften. Wir machten halt an einem Zuckerrohrhain und wateten durch einen flachen Fluss. Die Elefanten liebten das Wasser und begannen zu spielen. Doch der Höhepunkt war das warme, glitschige Schlammloch. Nachdem die Elefanten hineingestiegen waren, ermutigten die Mahout uns, es ihnen gleich zu tun. Wir stiegen also zu den Tieren in die dicke Brühe und begannen, sie mit der roten Erde einzuschmieren. Es dauerte nicht lang und der erste von uns bekam eine dicke Schlammpackung von den Elefantenführern ab. Wir lachten uns kaputt und ehe wir uns versahen waren wir alle voll mit Schlamm und bewarfen uns gegenseitig. Nach einer halben Stunde hatte das Spektakel ein Ende. Wir gingen die letzten Meter bis zu einem See und wuschen uns und die Elefanten wieder sauber. Es war ein großartiger Tag, den jeder von uns in Erinnerung behalten wird, den wir gern teilen und den wir auch nutzen wollen um auf Missstände aufmerksam zu machen.

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