Copenhagen Harbour 16-10-5429

Ich wollte schon immer mal jemanden überraschen und eine Reise verschenken. 2018 war es dann endlich so weit. Im Juli schenkte ich Patrick zum 30sten Geburtstag ein Wochenende in Kopenhagen.

Meine Aufregung war mindestens genauso groß wie seine. Er wusste lediglich, dass wir über das Wochenende verreisen und bereits um 5:00 Uhr morgens im Flugzeug sitzen würden.

Unser Apartment in Gentofte, Kopenhagen

Wir landeten bereits um 7:00 Uhr und ich hatte etwas Sorge, wie wir uns bis zum Check-In die Zeit vertreiben könnten. Doch unser AirBnb Host Dovile war unglaublich zuvorkommend und erlaubte uns bereits am Morgen die Wohnung zu beziehen. Wir fuhren also mit der Metro vom Flughafen bis ins Zentrum (Nørreport) und dann mit der Linie B nach Gentofte, einem Stadtteil im Norden Kopenhagens.

Das Apartment lag in einem Wohngebiet direkt neben einem See. Wir waren zwar nicht direkt in der Innenstadt, aber die Wohnung war relativ günstig, modern und schön eingerichtet und mit der Haltestation Kildebakke sehr gut an das Kopenhagener Zentrum angeschlossen.

Frühstücken im "The Union Kitchen"

Nachdem alles ausgepackt war machten wir uns wieder auf den Weg ins Zentrum. Erster Stopp sollte Nyhavn sein. Der 400m lange Stichkanal entstand im 17. Jhd. und ist bekannt für die vielen bunten Giebelbauten rechts und links von ihm. In dessen unmittelbarer Umgebung siedelten sich zahlreiche Kneipen und Tavernen an. Heute findet ihr hier außerdem einige hippe Restaurants und ziemliche coole Boutiquen und Concept Stores. Wir entschieden uns als erstes für ein ausgiebiges Frühstück im „The Union Kitchen„. Es war sehr lecker – wie alles was wir dieses Wochenende aßen und relativ teuer (ca. 400 DKK)… wie alles was wir an diesem Wochenende aßen. 😅

Rauf auf's Boot!

Mit vollen Bäuchen und ca. 400 DKK ärmer machten wir uns auf den Weg um einen der Ausflugskähne zu entern. Es funktioniert ganz genauso wie die Hop on Hop off Busse in Berlin und Co. Nur eben mit Boot. Das Ticket könnt ihr direkt in Nyhavn kaufen und los geht’s. Bei perfekten 26°C und einem lauem Wind ließen wir uns durch Kanäle und Häfen der Stadt fahren. Ich liebe diese Art des Erkundens um ein erstes Gefühl für eine Stadt zu bekommen und sich langsam heranzutasten.

Was uns besonders auffiel waren die vielen Kopenhagener, die sich den Außenraum der Stadt zu Nutze machten. In den weitläufigen Hafen- und Kanalbereichen gab es unzählige Sitz- und Liegemöglichkeiten, Badestellen und Leitern die ins Wasser führten. Urbanes Leben und Stadtplanung haben hier tatsächlich einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Christiania - die geduldete Hippiestadt

Nach unserer Bootstour beschlossen wir die Freistadt Christiania zu erkunden. Die alternative Wohnsiedlung wurde 1971 nach Protesten für bezahlbaren Wohnraumgegründet und liegt zentral im Stadtteil Christianshavn, einem ehemaligen Militärgelände samt Wallanlage – auf der Karte lässt es sich die gezackte Form gut erkennen. Ziel der autonomen Gemeinde war es eine Gesellschaft zu gründen, „in der alle und jeder für sich für das Wohlergehen der gesamten Gemeinschaft verantwortlich ist“ (Christianias Leitbild 1971)

Es war untersagt hier Fotos zu schießen und wir respektierten das. Wer Christiania betritt wird zunächst in der Pusher Street ankommen. Es erinnerte mich an einige Märkte in Thailand. Überall waren größere und kleinere provisorische Stände und Buden aufgebaut. Vom Penis-Schlüsselanhänger über weite Yoga-Hosen mit Elefantenprint gab es allerhand Touristentrödel zu kaufen – und natürlich Gras, entweder als Cannabis in kleinen Tüten oder fertig gedrehter Joint.

Verlässt man die Pusher Street und geht weiter Richtung Wallanlage kann man erahnen, welch kleines Idyll sich die Bewohner erschaffen haben. Ehemalige Militärgebäude wurden liebevoll zu Wohnhäusern umgebaut. Die Gärten waren reichlich voll mit Blumen, Obst und Gemüse, große Lagerhallen funktionieren als Werkstätten und Baumärkte. Wer einmal die Vorurteile gegenüber Weed und Hippies beiseite legt, kann sich hier die Zeit nehmen alternative Lebensformen zu erforschen.

Botanisk Have und Torvehallerne

Den nächsten Tag wollten wir etwas entspannter angehen. Nach einem leckerem Porridge im Grod schlenderten wir durch die Straßen und Gassen von Kopenhagen. Ich mag es, mich einfach treiben zu lassen. Hinter jeder Ecke könnte eine neue Überraschung lauern, zum Beispiel der Friedhof und das Grab des berühmten Autors Hans Christian Andersen. Durch die kleinen Nebenstraßen fanden wir schließlich die Markthalle Torvehallerne, der ihr unbedingt einen Besuch abstatten müsst. Hier findet ihr definitiv die besten Smorrebrod! Mit ein paar Snacks in der Tasche genossen wir den schönen Sommertag im Botanischen Garten – BotaniskHave – und dem Palmen- und Schmetterlingshaus.

Rundetårn

Den Rest des Tages verbrachten wir mit einem Spaziergang durch die Innenstadt. Einen kleinen Abstecher musste ich ins HAY House machen. Hier schlägt jedes Interieur-Herz höher! Im Anschluss liefen wir den langen Wendelgang des Rundetårn nach oben. Das bedeutet so viel wie „runder Turm“. Man bekommt für eine schmale Mark einen schönen Ausblick über die Stadt. Nach einem leckeren, veganen Essen im Plant Power Food ließen wir den Abend im Hafen ausklingen.

Schloss Rosenborg

Bevor es am Sonntag Abend zurück nach Berlin gehen sollte wollten wir noch das Schloss Rosenborg besuchen. Unsere Rucksäcke brachten wir in die Schließfächer am Bahnhof. So hatten wir kein schweres Gepäck mit uns zu schleppen. Das Schloss war gute besucht, aber auch sehr organisiert, sodass es sich nicht zu überfüllt anfühlt. Besonders gut gefiel mir, dass die teuren Antiquitäten meist frei im Raum standen. Aus Deutschland kenne ich es eher, dass alles unter Glaskästen versteckt, und mit Bitte-nicht-anfassen-Schildern gelabert wird.

Verzaubert von Kopenhagen

Wir verbrachten drei tage in der dänischen Hauptstadt und sie hat uns absolut verzaubert. Das Wetter war perfekt, das Essen großartig, die Menschen freundlich und aufgeschlossen und wir genossen jede Minute. Ich empfehle Kopenhagen jedem, der gern Städtereisen unternimmt. Es gibt noch so viel zu entdecken!

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